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Department of Environmental Sciences
Geography / Urban and Regional Studies
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R. SCHNEIDER-SLIWA, C. ERISMANN & O. BÖRNER:
Wohnpräferenzen junger Erwachsener in Basel.
= Basler Stadt- und Regionalforschung, Band 27, 2005.

Zusammenfassung

Einleitung. In vielen Städten bergen Gewerbe- und Industriebrachen durch Umnutzung das Potential zur Lösung vielfältiger Probleme der Stadtentwicklung. Welche Form von Urbanität auf solchen Umnutzungsarealen geschaffen werden soll, ist dabei eine Grundsatzentscheidung, die nicht nur die Art der Bebauung, sondern auch die erwünschten Folgewirkungen für die Stadt mitsteuert.

Auch in Basel steht die Frage, welche Urbanität geschaffen oder erhalten werden soll im Zentrum, sind doch mehrere Areale in der Bebauungsplanung. Zudem hat der Regierungsrat mit dem Wohnungsbauprogramm "Logis Bâle" 1998 entschieden, dass 5000 neue Wohnung in der Stadt gebaut werden sollen mit dem Ziel, die Abwanderung auf- und gute Steuerzahlen in der der Stadt zu halten.

Diese Studie von 2004 ging in Basel erstmalig mit einem Grossbefragungsansatz der Frage nach, wie junge Menschen, die in absehbarer Zeit zu den guten Steuerzahlern gehören werden, ihren Wohnstandort wählen, welche Präferenzen sie bezüglich Wohnstandort, Wohnumfeld, Ausstattungsmerkmalen, Wohnungsgrössen und Lagefaktoren haben und welche Abwanderungswahrscheinlichkeit sie zum Ausdruck bringen. Junge Hochschulabsolventinnen und -absolventen sind wichtige Akteure in der Stadtentwicklung. Über ihre Wohnstandortwahl entscheiden sie mit, welche Urbanität Stadtteile tatsächlich oder in der Perzeption haben, ob und in welcher Phase des Lebenszyklus diese als Wohnstandort in Frage kommen oder ob Neubauareale angenommen werden oder nicht.

Hauptziel der Studie war es, ein Meinungsbild über Wohnpräferenzen zu erstellen mit der Absicht, in einer wichtigen Phase der Stadtentwicklungsplanung im Jahr 2004 die Akzeptanz für Wohnungsbauvorhaben verschiedener Art zu überprüfen und diese gegebenenfalls zu erhöhen. Welche Präferenzen bestehen, und in welcher Weise müssten diese bei Wohnbauprojekten Berücksichtigung finden? Wie gross wären Akzeptanzprobleme, sofern sie sich zeigen und was gilt es auf der Ebene der öffentlichen Wahrnehmung zu beeinflussen, damit die Bebauungspotentiale der Stadt optimal in Wert gesetzt werden können?

Im Einzelnen wurde folgenden Sachverhalten nachgegangen:

  1. der Wahrscheinlichkeit eines Wohnungswechsels sowie diesbezüglichen Standortpräferenzen

  2. den Vorstellungen von der Idealwohnung

  3. wichtigen Faktoren bezüglich des Wohnumfelds (Ausstattungsmerkmale und Lagefaktoren)

  4. ausgewählten Faktoren der Lebensqualität des Wohnumfelds (Begrünung, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Spielplätze, ethnische Durchmischung, Steuerbelastung).

Ergebnisse. Die Auswertungen der Befragung von fast 2000 Studierenden der Universität Basel, der Fachhochschulen sowie der Kaufmännischen Berufsschule  (KV) im Juni 2004 erfolgten nach jetzigem Wohnort (Grossbasel, Kleinbasel, engere Agglomeration, weitere Agglomeration), Geschlecht, Alter, jetziger Wohnform (bei Eltern, eigene Wohnung, WG, Studentenheim, etc.) und nach Ausbildungsgang (Erst- oder Zweitausbildung und Fachrichtung).

Insgesamt ergibt sich eine vielfach differenzierte, hohe Teilzustimmung für das städtische Wohnen, was auch anzeigt, dass junge Erwachsene in der Familiengründungsphase ein starkes Mieterpotential für das innerstädtische Wohnen darstellen. Es wird auch offensichtlich, dass das öffentliche Meinungsbild zu geplanten Bebauungsprojekten durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit positiv beeinflusst und dadurch die Akzeptanz erhöht werden kann.