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Department of Environmental Sciences
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R. SCHNEIDER-SLIWA:
Bodenpflästerungen in der Innenstadt von Basel.
Mit Oliver Börner und Claudia Erismann sowie Mathias Barmettler, Annina Cavelti, Karin Maciejczak, Dominik Michel, Karin Molteni, Daniel Raaflaub, Stefan Raaflaub, Bia Sahli, Jennifer Whitebread.

 

Zusammenfassung

Ziele. Die vom Baudepartement des Kantons Basel-Stadt als Auftrag vergebene Studie des Geographischen Instituts, Abt. Stadt- und Regionalforschung ermittelt: wie Bodenpflästerungen von der Allgemeinbevölkerung wahrgenommen werden, 

  • welche spezifischen Probleme allgemein und an unterschiedlichen Testflächen im Speziellen erkannt werden, 

  • welche Ansprüche MitbürgerInnen an die Strassenraumgestaltung haben,

  • welche Vorschläge zur Strassenbelagsgestaltung gemacht werden, 

  • welche Rolle ein gepflästerter Boden spielt und

  • welche Massnahmen der Strassenraumgestaltung als notwendig erachtet werden, um die Innenstadt für alle Anspruchsgruppen als selbständig erlebbar, d.h. begehbar/erfahrbar zu machen.

Datenerhebung. Die Studie „Bodenpflästerungen in der Innenstadt von Basel“ fokussiert auf der Allgemeinbevölkerung und stützt sich auf Passanteninterviews mit einem standardisierten Fragebogen an den Standorten: Hut-,Sattel- und Glockengasse, Tanzgässlein, Gerbergasse, Münsterberg, Münsterplatz, Schlüsselberg, Unterer Heuberg, Nadelberg (Abb.1). Gemäss Auftrag (logistischer Aufwand, Kostengründe) wurden 513 Personen befragt, die eine hinreichende Normalverteilung wie die Grundgesamtheit aufweisen.

Ergebnisse. Bodenpflästerungen mit unterschiedlichen Verlegetechniken, Materialien und Optik geniessen in der Stadt Basel eine hohe Akzeptanz. Ein geglücktes Zusammenspiel von Farbe, Form, Zweckmässigkeit und Stabilität/ Wiederverwertbarkeit wird mehrheitlich als wichtig für das Gesamtbild einer Stadt erkannt, zumal einer Stadt mit historischem Charakter und Kulturerbe.

Als wichtige Faktoren bei der Bodenpflästerung fallen drei Kategorien auf (Überblickstabelle):

1. Sicherheit und Gehkomfort (eigener Gehkomfort, Rutschfestigkeit, Ebenheit) 
2. Attraktivität (Integration ins Stadtbild, Aufwertung des Stadtbildes, Attraktivitätssteigerung)
3. Sozialverträglichkeit (Familienfreundlichkeit / Befahrbarkeit mit Kinderwagen, 
    verkehrsberuhigende Wirkung durch möglicherweise langsamer fahrende Autos).

Auffallend weniger Bedeutung kommt folgenden Kategorien zu:

4. Befahrbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer (Anlieferverkehr, Trottinettes, Skateboards, 
    Velos)
5. Kostenminimierung
6. Vereinheitlichung.

Ein hoher Grad an Zufriedenheit zeigt sich bei den bestehenden Bodenpflästerungen hinsichtlich

1. des optischen Gesamteindrucks
2. der Sicherheit bei guten Wetterbedingungen (Gehsicherheit bei Trockenheit) 
3. der Aufwertung des Stadtbildes.

Wünsche für die Zukunft äussern sich in einer Priorität auf einer weniger monotonen Schwarzbelaggestaltung, wobei ein Drittel eine reine Bodenpflästerung wünscht und über die Hälfte eine Mischung von Pflästerung und Schwarzbelag. Die hohe Akzeptanz der Bevölkerung von Pflästerungen und die Tatsache, dass der Kostenfaktor nicht prominent in der öffentlichen Meinung figuriert, sondern der Stadtbildcharakter, die Attraktivitätssteigerung und optische Vielfalt lassen auf einen neuen Anlauf in Sachen Bodenpflästerung in Basel hoffen.